Lovestory zum Valentinstag: „Ich habe meinen Lehrer geheiratet und mit ihm eine Familie gegründet!“

Alles begann im Februar 2007. Irgendwie spürte ich, dass ich mich jedes Mal mehr auf den Unterricht in Geschichte freute. Doch das lag nicht an dem Fach. Geschichte ist bis heute eines meiner unliebsamsten Fächer. Doch darum soll es gar nicht gehen. Ich freute mich, weil ich dann unseren Lehrer Herrn H. sehen konnte und endlich wieder seine Stimme hören und seine Hände beobachten konnte. Was er während der Stunde erzählt hatte, wusste ich hinterher nie. Seine Worte verschwammen und ich konnte den Inhalten des Unterrichts immer weniger folgen. Von Mal zu Mal wurde ich aufgeregter, wenn ich Herrn H. sah. Und kurz vor meinem Abitur musste ich mir selbst eingestehen: Ich hatte mich unsterblich in meinen Geschichtslehrer verliebt.

Ich konnte mich kaum noch konzentrieren und musste fortwährend an ihn denken. Ich versuchte dennoch rational zu bleiben, um mich auf meine Abi-Prüfungen vorzubereiten. Trotzdem suchte ich das gesamte Internet nach ihm ab. Ich suchte nach Fotos und seinen Kontaktdaten. Doch leider fand ich wenig bis gar nichts. So versuchte ich meine Gefühle zunächst zu unterdrücken.

Lovestory zum Valentinstag Glaube an die Liebe

Im Mai 2007 fand dann die Abifeier statt. Ich wusste, dass Herr H. auf der nächtlichen Abiparty als DJ auflegen würde. Das war meine Chance. So dachte ich und versuchte den ganzen Abend vor dem DJ Pult zu tanzen, um mit ihm ins Gespräch zu kommen. Ich schaffte es sogar, dass er mich am Ende der Party nach Hause fuhr. Er war sehr freundlich, aber dennoch seriös und brachte mich nur bis zur Haustür. Sonst nichts. An diesem Abend traute ich mich nicht, ihn nach seiner Nummer zu fragen. Ich hatte meine Chance also verpasst, gab aber nicht auf. Denn ich hatte das Gefühl, dass er der Mann meiner Träume ist und dass er perfekt zu mir passt. Also bat ich einen guten Freund, der in der SMV war, Herrn H. meine Mailadresse zu geben, mit der Bitte sich bei mir zu melden. Ich fände ihn sympathisch und würde gerne einen Kaffee mit ihm trinken gehen. Das war im Juli 2007. Ich bekam keine Antwort, checkte jeden Tag mehrmals mein Postfach. Nichts.

Nahezu alle Freunde rieten mir dazu, ihn zu vergessen und dass es doch sehr unrealistisch und kindisch sei, dass ich allen Ernstes glauben konnte, dass daraus eine ernsthafte Beziehung entstehen könnte. So gab ich es fast auf, bis ich Mitte September eine Mail von ihm im Postfach hatte. Ich traute mich kaum, sie zu öffnen und hatte so Herzklopfen wie fast nie wieder in meinem Leben. Dann öffnete ich die Nachricht. Er antwortete, dass er in den Sommerferien nie seine Mails läse und daher erst jetzt antwortete. Und: Er wollte mit mir Kaffee trinken gehen. Oh mein Gott. Ich war soooo aufgeregt.

Wir schrieben uns gefühlt tausende SMS am Tag und tauschten uns aus über Interessen, Alter, Musik, Hobbies. Er war 18 Jahre älter als ich. Mein gesamter Freundeskreis riet mir ab, mich mit ihm zu treffen. Keiner nahm meine Gefühle ernst. Sie sagten mir, dass so etwas niemals Zukunft haben könne und wenn, dann höchstens für wenige Monate. Ich hörte nicht auf deren Ratschläge und versuchte stattdessen auf mein Herz zu hören. Ich behielt recht.

Wir trafen uns mehrere Male und hatten riesigen Spaß gemeinsam, hatten ähnliche Interessen, fast denselben Musikgeschmack und vor allem fühlten wir beide ein tiefes Gefühl der Zuneigung zueinander. Am 15. Oktober 2007 wurden wir dann offiziell ein Paar. Es fühlte sich an wie ein Traum. Doch es war Wirklichkeit.

Bereits im April 2008 fragte er mich, ob ich bei ihm einziehen wolle. Er würde mich immer so sehr vermissen und hätte mich gerne immer bei sich. Ich ließ mich auf das Abenteuer ein, packte eine Tasche mit Kleidung und meinen wichtigsten Dingen. Seitdem sind wir unzertrennlich. Wir besuchten Konzerte, gingen auf Reisen, feierten viele wilde Partys, besuchten Ausstellungen, verbrachten ganze Wochenenden im Bett und genossen das Leben.

Im August 2012 besiegelten wir unsere Liebe mit einer Hochzeit bei strahlend blauem Himmel. Und seit dem 6.November 2017 sind wir eine Familie. Unser kleiner Johannes Jimi macht uns nun komplett. Inzwischen denken wir nur noch sehr selten daran, dass ich mal die Schülerin meines Mannes war. Das ist weit weg. Aber wenn ich daran denke, dann denke ich gleichzeitig auch daran, wie wichtig es ist auf sein Herz zu hören und auch an sich selbst zu glauben, auch wenn andere eine Tatsache für unmöglich halten. Dieser Gedanke macht mich stark und hilft mir in schwierigen Situationen an mich zu glauben. Vor allem aber glaube ich an die wahre, tiefe Liebe. Man kann sie finden, auch wenn es völlig ausweglos erscheint.

By | 2019-02-18T14:38:40+00:00 02. Februar 2019|Allgemein, Redaktioneller Beitrag, sei-dabei|0 Comments