Babyschlafregeln für Neu-Mamas und warum ich es trotzdem ganz anders gemacht habe – von Mina

Bereits in der Schwangerschaft haben die meisten Eltern eine Vorstellung davon, wie sie ihr Kind schlafen legen wollen. Sicher sollte das Schlafgemach sein, kuschelig (ein Widerspruch?!) natürlich auch, das kleine Wesen sollte möglichst warm gehalten werden, am besten ist die Körperwärme der Mutter (ein weiterer Widerspruch?!), auf dem Rücken sollte das Kleine liegen, bloß nicht auf dem Bauch, im eigenen Bett, bloß nicht im großen Elternbett, … Soweit so verwirrend.

Wenn man sich mit anderen Eltern trifft, ist eine der ersten Fragen immer: „Schläft euer Kind schon durch?“

„Durchschlafen, was heißt das? Ich persönlich dachte immer, dass das heißt, ein Baby schläft eben eine Nacht durch. Aber nein, man spricht vom Durchschlafen bei Babys, wenn sie 5 Stunden am Stück schlafen. Meist werden sie durch Hunger geweckt und möchten dann gestillt werden, oder ihr Fläschchen. Natürlich möchte man es sich so einfach wie möglich machen, deshalb war ich schon in der Schwangerschaft skeptisch, was das eigene Bett angeht.“ – Mina

So, nun aber genug geschwafelt, hier unsere Schlafgeschichte:
Da ich eine wunderschöne selbstgebaute Wiege von meinem Papa hatte, war klar meine Maus wird darin auch schlafen. Punkt. Aus dem Studium wusste ich um die Gefahren des plötzlichen Kindstodes, also war klar, das Baby wird auf den Rücken gelegt, keine Stofftiere kommen mit in die Wiege, auch sonst kein Kram, nur einen Schlafsack habe ich mir angeschafft. Die Wiege wollte ich dann direkt neben mein Bett stellen. Wie so oft im Leben kam dann aber alles anders.

Bereits in der ersten Nacht in der Klinik, hätte ich dieses kleine Würmchen so gerne mit in mein Bett genommen, ließ mich aber von zwei groß angebrachten Schildern am Babybett, auf denen nochmals stand, Babys müssen in ihrem eigenen Bett schlafen, davon abbringen. So fand ich natürlich überhaupt keinen Schlaf und hüpfte einbeinig (gelähmtes Bein durch die PDA) mehrfach zum Babybett und nahm sie raus. Sie hat, wie ich heute weiß, aber relativ ruhig geschlafen, einmal hat sie Fruchtwasser erbrochen und ein paar Mal habe ich sie gestillt. Allerdings war ich am Morgen fix und fertig. In der nächsten Nacht habe ich mich dem Schild widersetzt, aber mit Angst. Ich habe sie auf meinem Bauch schlafen lassen, heute würde ich sie übrigens an der Brust schlafen lassen, was mir einige Probleme mit dem Stillen erspart hätte, aber woher soll man das wissen, wenn es einem keiner sagt?! Bevor wir am dritten Tag entlassen wurden, sollte ich mir noch einen Film über das richtige Schlafgemach von Babys anschauen. Eine Art Modellprojekt, um den Plötzlichen Kindstod zu verhindern. Was wird gezeigt? Eigenes Bett, Rückenlage, frische Luft, nicht rauchen, keine Felle, keine Kuscheltiere, eben das Altbekannte. Also wollte ich doch die Wiege testen.

Nachdem sie eingeschlafen war, legte ich sie in ihrem Schlafsack in die Wiege. Genau drei Tage hielt ich das durch, denn geschlafen hat sie so nicht. Was geholfen hat? Schlafsack verschenken, Wiege in den Keller, Baby ins Bett. Am Anfang hatte ich sie noch in einem Nestchen liegen, aber auch das schaffte ich bald ab.
Ganz ehrlich? Hätte ich sie nicht bei mir, dicht an der Nahrungsquelle, schlafen lassen, ich hätte bald abstillen können. Sie trank nämlich praktisch im Tiefschlaf und das nicht zu knapp. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich auch sehr mit Vasospasmen zu kämpfen hatte und diese nur mit Wärmepads und viel Magnesium in den Griff bekommen habe. Etwa bis zum 6. Monat durfte ich nachts nicht aufstehen. Ich nahm sie sogar zur Toilette mit, nur so blieb sie im Halbschlaf und heulte nicht lautstark. Das verlor sich aber mit der Zeit, oder ich habe einfach gelernt zu erkennen, wann sie tief genug schläft.

Auch heute, mit 13 Monaten, trinkt sie nachts. Manchmal stündlich, gerade wenn gezahnt wird oder wenn sie krank ist, manchmal aber auch nur zwei mal. Meist schlafe ich weiter und merke das Stillen gar nicht richtig, aber selbst wenn ich wach werde, stört es mich nicht. Oft schläft sie sogar bis 10 oder 11 Uhr.
Übrigens: Wir haben kein Zubettgeh-Ritual, das hatten wir auch nie. Ich beobachte sie und wenn sie müde wird, kuschelt sie sich meist auf dem Sofa mehr an mich und möchte gestillt werden. Dann schläft sie ein und ich trage sie in mein Bett. Das kann um 19 Uhr sein, selten aber auch um 23 Uhr, was interessanterweise keinen Einfluss darauf hat, wie lange sie schläft.

Im Nachhinein ärgere ich mich etwas, sie nicht gleich ins Bett genommen zu haben. Ich hatte einfach zu viel Angst, denn der Instinkt hat mir eigentlich gesagt: Ein Baby gehört so nah wie möglich an die Mama!
Was mich sehr interessieren würde, sind eure Schlafgeschichten auch so eng mit dem Stillen verbunden? An die, die mehrere Kinder haben: Was habt ihr beim zweiten Kind anders gemacht? Ich würde eben keinen Schlafsack mehr kaufen, meine mochte das gar nicht, sie hat aber auch das Pucken gehasst und mag bis heute HÖCHSTENS meine Decke auf ihren Beinen und auch nur wenn es *****kalt ist.

Was ich als Lektüre in Bezug auf Schlafen (sonst kann man darüber diskutieren) empfehlen kann, ist „artgerecht“ von Nicola Schmidt.

Mina

By | 2018-11-26T15:18:38+00:00 03. Oktober 2018|Allgemein, oh-kind, Redaktioneller Beitrag, sei-dabei|0 Comments