5 Vorschläge wie du reagieren kannst, wenn dein Kind haut, beißt oder spuckt! Und was du auf keinen Fall tun solltest!

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Warum Beißen, Hauen und Spucken unsere Kinder ? Wie können wir damit adäquat umgehen und wie können wir unseren Kindern aus diesen Situationen heraus helfen?

Ein bisschen Hintergrundwissen und das genaue Hinschauen hat mir als Mama sehr viel geholfen mit der Wut meiner Kinder umzugehen bzw. ruhig zu bleiben und sie durch ihre Gefühle zu begleiten und sie gemeinsam zu überwinden.

Im Folgenden beschreibe ich euch die entscheidenden Schritte im Umgang mit dem Beißen, Hauen und Spucken eurer Kinder.

Als erstes ist es wichtig zu überlegen, warum uns das gezeigte Verhalten unserer Kinder so sehr auf die Palme bringt und welche Gefühle und Reaktionen sie in uns auslösen?

Unser Aktueller Gemütszustand

Stress, Müdigkeit oder Ärger. In den meisten Artikeln und Elternratgeber stehen ausschließlich die Gefühle und die Emotionen unserer Kinder im Vordergrund. Aber auch unsere eigenen Gemütszustände haben einen großen Einfluss darauf, wie wir mit unseren Kinder umgehen. Sind wir gestresst und in unserem Kopf kreisen die Gedanken darum, was noch alles erledigt werden muss und sind dazu total k.o. von der letzten schlechten Nacht… Dann wird uns das Hauen unseres Kindes in solchen Momenten wird sicher eher an die Grenzen unserer Geduld bringen, als an einem gemütlichen Sonntagvormittag.

Eigene Bedürfnisse

Ja, nicht nur Kinder haben Bedürfnisse, sondern auch wir! Dies vergessen wir Mamas und
Papas sehr häufig. Bin ich also total hungrig oder müde, dann werde ich sicher weniger Geduld zeigen können als wenn ich satt gegessen und ausgeschlafen bin.

Eigene Erfahrungen

Wir selbst haben eigene Erfahrungen mit unseren Verhalten im Kindesalter gemacht und genau diese Erfahrungen leiten unsere Handlungen und Interaktionen mit unseren Kindern heute. Durften wir als Kind Hauen und Beißen? War es in Ordnung schreiend auf dem Boden zu liegen oder wurde uns vermittelt, es sei nicht in Ordnung seine Gefühle zu zeigen und sie auszuleben. Erinnern uns so Sätze, wie: „Jetzt reiß dich zusammen!“, oder „Sei still und ab ins Zimmer!“, an unser Kindheit? Meist wurden wir für positives, angepasstes Verhalten gelobt und für negatives Verhalten bestraft.

Sozialer Druck und eigene Erwartungen

Zusätzlich haben wir eigene Erwartungen an uns selbst und wollen meist auch den vermeintlichen Erwartungen unseres sozialen Umfeldes entsprechen. Wir sind also mit unserem Kind auf dem Spielplatz und unser Kind haut nun mich oder womöglich ein fremdes Kind aus unbeschreiblichen Gründen. Wir möchten genau in diesen Situationen keine Überforderung zeigen, total angemessen mit dem gezeigte, Verhalten umgehen und am besten sollte sich unser Kind sofort entschuldigen. Auch vor unseren eigenen Eltern oder guten Freunden ist es uns häufig wichtig ein „wohl erzogenes“ und besonders braves Kind zu haben.

Warum Hauen und Beißen unsere Kinder eigentlich und was steckt dahinter?

In den meisten Fällen steht hinter diesem Verhalten eine Botschaft und wir müssen lernen diese zwischen den Zeilen zu lesen. Vielleicht haben wir ihre Signale vorher noch nicht wahrgenommen oder sie haben noch nicht gelernt ihr Bedürfnis richtig auszudrücken. Dies führt natürlich zu Frustration,Wut und schließlich zu körperlichen Auseinandersetzungen. Diese vier grundlegenden Bedürfnisse, die wir Eltern uns merken sollten, kommen hierfür in Frage.

  1. Hunger
  2. Müdigkeit
  3. Kontaktaufnahme/ Aufmerksamkeit
  4. Unwohlsein

Hier sind ein paar Do’s wie wir in den beschriebenen Situationen mit unserem Kind umgehen und sie durch diese Emotionen begleiten können.

  1. Tritt einen Schritt zurück, atme tief durch und löse dich von deinen eigenen sozialen Erwartungen.
  2. Erkenne das Bedürfnis deines Kindes. Was ist denn eigentlich wirklich los? Ist es müde, braucht es gerade eine Kuscheleinheit/ Aufmerksamkeit oder hat es Hunger?
  3. Gehe in Verbindung. Begib dich auf Augenhöhe, nimm dein Kind in den Arm und verbalisiere sein Bedürfnis. Zum Beispiel: „Ich weiß, du bist total erschöpft von der KITA und möchtest auch auf meinen Arm und Kuscheln.“ Erklärt eurem Kind die Situation. Zum Beispiel: „Ich wickele deinen Bruder noch fertig und dann haben wir beide in Ruhe Zeit zu Kuscheln, hilf mir doch bis dahin – möchtest du die Windel machen? Zeige deinem Kind, dass die Emotionen in Ordnung sind, ihr für es Verständnis habt und schnellst möglich mit ihm eine gute Lösung finden wollt. In diesem Moment klingt der Zorn häufig sehr schnell ab. Das ganze geht am besten mit dem Verbalisieren eurer Erkenntnisse und Gedanken. Die Kinder lernen mit eurer Hilfe eigene Bedürfnisse zu kanalisieren und auszudrücken, wodurch die Wutanfälle schließlich abschwachen oder sogar ganz verschwinden.
  4. Positive Formulierungen – Versuche das „Nein“ in deinen Aussagen zu vermeiden und formuliere das gewünschte Verhalten. Zum Beispiel: „Schau mal, hier kannst du deine Schwester streicheln“ oder „Wir können den Jungen gemeinsam Fragen ob er eine Schaufel für uns übrig hat.“ Sei kreativ und probiere ein bisschen aus.
  5. Sei authentisch – wir sind alle nicht perfekt und haben manchmal schlechte Tage.

Hier sind ein paar Dont’s, die du versuchen kannst zu vermeiden

  1. Schimpfen und negative Aufmerksamkeit
  2. Negative Fomulierungen und Erwartungshaltung: Vermeide also Sätze wie: Aber nicht hauen – oder bitte nicht wegnehmen (Denk mal an ein rosa Pferd – wir bringen unsere Kinder damit also erst auf die Idee)
  3. Dich vom vermeintlichen Sozialen Druck beeinflussen lassen. Du, dein Kind und sein Verhalten sind völlig in Ordnung und legitim – gemeinsam werdet ihr diese sogenannte Entwicklungsphase überstehen 😉
  4. Strafen und gleichzeitig Belohnungen – Was bedeutet bedingungslose Liebe? Und brauchen unsere Kinder tatsächlich eine Bewertung ihres Verhaltens, um zu lernen ?

Das Ausprobieren von körperlichen Auseinandersetzungen ist ein ganz normaler Entwicklungsverlauf unserer Kinder, sie sind nicht unerzogen oder unsere kleinen Tyrannen, die wir in den Griff bekommen müssen. Nein – vielmehr brauchen sie unsere Unterstützung, Verständnis und unsere Begleitung diese Entwicklungsaufgabe zu bewältigen. Gehäuft kommt das Hauen im Alter zwischen ca. 1 – 4 Jahren vor und können auch weit drüber hinaus gehen. So, und jetzt viel Spaß beim Ausprobieren.

Steffi, Erziehungswissenschaftlerin, integrative Lerntherapeutin und Gründerin des Familyrooms in München

5 Vorschläge wie du reagieren kannst, wenn dein Kind haut, beißt oder spuckt! Und was du auf keinen Fall tun solltest
By | 2019-01-08T14:21:02+00:00 31. Oktober 2018|Allgemein, oh-kind, Redaktioneller Beitrag, sei-dabei|0 Comments